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Kunsthalle Weishaupt

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BEN WILLIKENS.

Die Anmaßung der Räume und Orte. Werke aus fünf Jahrzehnten

Mit Ben Willikens präsentiert die kunsthalle weishaupt einen bedeutenden deutschen Künstler, dessen malerisches Werk aufgrund seiner menschenleeren Räume und feinsten Grau-nuancierungen seit Jahrzehnten große Bekanntheit erlangt hat. Die Retrospektive umfasst rund 80 Werke, zusammengestellt aus dem Bestand der Sammlung Weishaupt, aus dem Besitz des Künstlers und zahlreicher weiterer Leihgeber.

Kunsthalle Weishaupt

Mit Arbeiten von den Anfängen der 1970er Jahre bis heute, bietet die Ausstellung einen umfassenden Einblick in das gesamte Oeuvre des 77-jährigen Künstlers: Beginnend bei den frühen Anstaltsbildern und den Abendmahl-Gemälden, über immer offener werdende Raumsituationen, die Serie der Orte, bis hin zu jüngeren Arbeiten wie der Floß-Serie, die sich mit der Darstellung des eigenen Ateliers auseinandersetzt, führen die Exponate über fünf Jahrzehnte künstlerischen Schaffens vor Augen. In der Sammlung Weishaupt ist Ben Willikens mit zahlreichen Werken vertreten. Basierend auf der Wertschätzung seiner Kunst, besteht schon lange eine enge Verbindung mit der Sammlerfamilie, die sein Schaffen über Jahrzehnte hinweg mit ungebrochenem Interesse verfolgt hat.

Menschenleere Räume und Raumansichten, perspektivisch perfekt konzipiert und häufig in Grisaille-Technik wiedergegeben – so entfaltet sich die Bildwelt des in Leipzig geborenen Künstlers Ben Willikens. Kühl und sachlich, eine zeitlose, transzendente Atmosphäre vermittelnd, lassen die Werke kaum erahnen, dass die Geburtsstunde der Motive und der Darstellungsweise mit persönlichen Erfahrungen des Künstlers verbunden ist, der im Winter 1943 die Bombardierung seiner Heimatstadt erlebte. In der Wahl des Sujets und dem malerischen Ausdruck hat Ben Willikens seinen völlig individuellen künstlerischen Ansatz gefunden, unbeeindruckt von dem Kunstgeschehen der 1970er und 80er Jahre.

Bis heute setzt Willikens seinen eingeschlagenen Weg konsequent fort. Waren die Anstaltsbilder der 1970er Jahre, die in Anlehnung an die Pop Art entstanden, noch klinisch kalt und bedrückend, beginnt in den Gegenräumen der 1980er Jahre das Licht an Bedeutung zu gewinnen: Die Atmosphäre ändert sich, die Raumsituation wird immer offener und freier. Während sich insbesondere im mehrfach ausgeführten Motiv des Abendmahls dem Betrachter eine transzendente Komponente eröffnet, verdüstern in dem Werkkomplex ORTE, in dem sich Willikens mit Nationalsozialistischer Architektur auseinandersetzt, schwarze Flächen symbolhaft die Bildwirkung. Seit den 1990er Jahren werden die Raumansichten und Architekturdarstellungen abstrakter – in seinen Räumen der Moderne beschäftigt sich der Maler ganz konkret mit Gebäuden von Walter Gropius oder Mies van der Rohe. Seit etwa der Jahrtausendwende tritt allmählich mit dem gezielten Einsatz von Farbe ein neuer Aspekt ins Schaffen des Künstlers. Vor einigen Jahren schließlich erweiterte Willikens auch sein technisches Repertoire: Von jeher mit Acrylfarbe arbeitend, kombiniert er in der mit Floß betitelten Serie auf die Leinwand übertragene Fotoprints mit Malerei.

 

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